Nah dran aus der Distanz!

Digital Leadership 


Die Kunst remote zu führen

Fragen zu Distanz und Nähe beschäftigen uns heute mehr oder weniger alle. Warum sollte es also Führungskräften anders ergehen?
Nachdem die wesentlichen organisatorischen und technischen Fragen zum remote Arbeiten in den meisten Unternehmen längst geklärt sind, lassen viele Antworten zum digitalen Führen erstmal auf sich warten. Den meisten Führungskräften blieb nichts anderes übrig als sich von der eigenen Intuition durch die neue Situation navigieren zu lassen. Es gab schlichtweg nicht genügend Erfahrungswerte. Dieser Umstand ändert sich nun.
Workplace Intelligence trägt hierzu nun erste Erfahrungen zusammen. 
Aus diesen Ergebnissen lassen sich handfeste Tipps zum remote Führen von Teams ableiten.

Die Challenge des Teambuildings im Social Distancing 

7 Tipps wie Ihnen dies gelingt


  1. Sorgen Sie für eine gute Balance zwischen Videomeetings und Telefonkonferenzen.
    Denn bei allen Vorteilen der Videotelefonie kommt es sonst irgendwann zu einer 'VC-Fatique'.
    Es steht außer Frage, dass Microsoft Teams, Zoom, Webex und die vielen weiteren VC- Anbieter das Kontakthalten von zuhause aus extrem erleichtert haben. Dennoch: die erste Euphoriewelle ist längst abgeklungen. Viele Mitarbeiter*innen sind inzwischen eher ein wenig videokonferenzmüde. Denn im Video-Meeting verwenden wir deutlich mehr Aufmerksamkeit und Energie darauf, die nonverbale Kommunikation zu entschlüsseln als im direkten Kontakt. Das ist anstrengend und ermüdend. Deshalb müssen wir eine gute Balance der verschiedenen möglichen Kontaktformen finden. Sprichwörtlich eine guten didaktischen Methodenmix für unsere alltäglichen Interaktionen im Team. Denn genau wie in Workshops und Trainings hat dieser didaktische Mix einen entscheidenden Einfluss auf unsere Motivation zum Austausch und unseren Energielevel.

  2. Schaffen Sie gemeinsame Rituale für den Wochenstart und das Ende der Arbeitswoche.
    Starten Sie zum Beispiel  mit einem gemeinsamen Ausblick auf die Woche und beenden Sie diese mit einer kurzen Retrospektive im Videocall. Schaffen Sie auf diese Weise, eine klare Rahmung der Arbeitstage und vermitteln Sie Ihren Mitarbeiter*innen das Gefühl, zu jeder Zeit einen guten Überblick über die Aktivitäten im Team zu haben.

  3. Seien Sie authentisch.
    Sprechen Sie offen darüber, wenn Ihnen die Arbeit im Home Office mal nicht so leicht von der Hand geht. Wenn Sie ausschließlich mit der optimistisch-pragmatischen Stimme zu Ihrem Team sprechen, machen Sie es Ihren Mitarbeiter*innen nur noch schwerer, situative Stimmungstiefs zu akzeptieren oder diese gar zu thematisieren. Das heißt natürlich nicht, dass Sie ab jetzt nur noch die Nachteile des Social Distancing betrachten sollen! Auch hier macht es die Mischung. In der Hauptrolle die Zuversichtlichkeit während die kritischeren Stimmen  die Rolle 'des Salzes in der Suppe' übernehmen.

  4. Nehmen Sie sich eine ordentliche Portion Extrazeit für Ihre Mitarbeiter*innen.
    Planen Sie Zeit für tägliche Einzelgespräche mit Mitarbeiter*innen ein. Schenken Sie ihnen ein offenes Ohr in gemeinsamen virtuellen Kaffee-, Zigaretten- oder Mittagspausen. Sprechen Sie nicht ausschließlich über die vor Ihnen liegenden Probleme und Aufgaben, sondern auch über private Pläne und kleine Anekdoten aus dem Home Office.

  5. Lassen Sie das mit dem Multitasking einfach sein! 
    Wenn Sie mit jemandem sprechen, dann seien Sie mit der Aufmerksamkeit auch ganz bei der Person. Versuchen Sie nicht, neben dem Telefonat noch kurz etwas zu lesen oder eine Aufgabe zu delegieren. Die meisten von uns merken selbst am Telefon, wenn unser Gegenüber nicht mit voller Konzentration dabei ist. Der stimmliche Ausdruck verändert sich mit nachlassendem Fokus sofort. 
    Nebenbei erwähnt: Es gibt meines Wissens noch keine Studie, die belegt, dass Multitasking tatsächlich existiert.

  6. Bleiben Sie durch Unterstützungsangebote im Kontakt.
    Es muss nicht bei jedem gleich die explizit ausgestreckte (virtuelle) Hand sein. Wobei einige diese wirklich brauchen können, um ein ungewöhnlich hohes Arbeitsaufkommen zu bewältigen oder um mit der auferlegten Isolation situativ besser umzugehen - aller Gewöhnung zum Trotz. Häufig reicht schon ein Hinweis auf einen interessanten Artikel oder eine Linkempfehlung als Ausdruck dafür, dass jemand an uns denkt.

  7. Bringen Sie Ihr Team immer wieder in Kontakt miteinander.
    Hierfür brauchen Sie eine ordentliche Portion Kreativität, denn das Ziel ist Abwechslung! Social Distancing hat für die meisten von uns klar strukturierte, eintönig ablaufende Arbeitstage zur Folge. Wir verfallen in eine Art Trancezustand der Gleichförmigkeit. Rütteln Sie daran, indem Sie Ihr Team zu gemeinsamen Aktivitäten außerhalb dieser Routine motivieren. Treffen Sie sich zu echten oder virtuellen Afterwork Drinks, nehmen Sie gemeinsam an einer Lernreise teil, fordern Sie sich gegenseitig heraus, eine Neuerung pro Meeting einzubringen oder laden Sie sich Gastredner ein. Alles was Abwechslung und ein wenig Spaß in den virtuellen gemeinsamen Alltag bringt ist erlaubt!