Konflikte gehen nicht in Quarantäne! 

Oder doch?

Im Moment verbringen wir viel Zeit zu Hause. Die Arbeit aus dem Home-Office heraus ist für viele inzwischen zur neu gewonnenen Routine geworden. Gerade für Mitarbeiter*innen, die in belastende Konflikte verstrickt sind, bedeutete dieses am Anfang erstmal eine Verschnaufpause von der emotional strapaziösen Situation. Sozusagen eine 'Beziehungspause' auf der beruflichen Ebene. 
Die spannende Frage ist nun: Wird diese Auszeit voneinander auch genutzt? 

Beziehungspausen gehen Paare ein, wenn sie mit Abstand voneinander über die Situation miteinander reflektieren wollen. Sie wird genutzt, um mit Abstand möglicherweise den Ausstieg aus dem 'Teufelskreislauf' der sich aufschaukelnden Interaktionen zu finden. Beziehungspausen bedeuten Arbeit für Liebespaare. Sie nehmen diese Arbeit auf sich, weil sie es sich wert sind. Sind unsere Kolleg*innen und unsere Führungskräfte uns auch diese Mühe wert? Nutzen Mitarbeiter*innen die Auszeit vom beruflichen Alltag, vom alltäglichen Miteinander, um genau über dieses zu reflektieren? Setzen sie sich mit Ihren Bedürfnissen, Kränkungen und Emotionen zu dieser Situation auseinander und unternehmen sie dann noch die Anstrengung, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen?

Wenn sie das tun, dann bringt die Home-Office-Zeit tatsächlich eine solide Chance mit, das Ruder im täglichen Miteinander herumzureißen. Dann wäre es möglich, sich beim folgenden 'Onboarding' in den neuen alten Alltag anders zu begegnen und so aus der Konfliktspirale auszusteigen. Dann könnte es ein erster Schritt für eine neue Art des Miteinanders sein. Der Konflikt würde dann im besten Fall 'geheilt' aus der Quarantäne zurückkommen.

Aber was ist, wenn nicht?